Screentime für Kinder limitieren

Screentime – Limits setzen?

Zugegeben, mit kleinem Baby daheim kamen mir diese kleinen Auszeiten oft recht. Aber als ich begann genauer auf unsere Zeit, die wir vor Bildschirmen aller Art verbringen, zu achten, war es erschreckend, wie viele Stunden in der Woche zusammenkommen. Seither frage ich mich, wie wir die Bildschirmzeit limitieren können. Drohungen, wie das man viereckige Augen bekommt, ziehen leider schon lange nicht mehr. Das fände er vielleicht sogar noch cool. Eine andere Methode musste her.

Checkliste – Sitz mein Kind zu viel vor Bildschirmen?

#1 andere Aktivitäten und Interessen, Hobbys und Freundschaften werden vernachlässigt und das Kind zieht sich zurück

Tritt bei uns Gott sei Dank nicht ein. Spätestens wenn er Hunger hat, kommt er wieder aus seinem Zimmer.

#2 ist starken Stimmungsschwankungen unterworfen oder reagiert gereizt

Trifft voll und ganz bei jedem aus unserer Familie zu, würde ich jetzt aber nicht auf die Screentime schieben. 

#3 leidet unter Schlafmangel und Müdigkeit 

Auch nicht. 

Man merkt schon, genau herauszufinden, ob ein Kind zu viel vor Bildschirmen sitz und ob es, wenn ja, schon Auswirkungen zeigt, ist gar nicht so einfach. 

Balance Is Key

Nach langer Recherche bin ich nun auch nicht wirklich schlauer aber ich denke, dass wie überall im Leben das gute alte Mittelmaß der richtige Weg ist. Ich denke es gibt fast keine Familien, in denen es nicht vorkommt, dass das Kind an regnerischen Tagen mehr als die empfohlene halbe Stunde vor dem Fernseher sitzt. 

Aus Erfahrung regelt sich dieses Problem, sobald es draußen wieder wärmer wird und es wieder mehr Möglichkeiten gibt, den Tag im Freien zu verbringen selbst. Dennoch wollte ich einen Selbstversuch wagen und eine Woche die Bildschirmzeit unseres Kindes auf 30 Minuten beschränken.

Selbstversuch: 1 Woche Lang 

Selbstversuch ist in dieser Hinsicht ein lustiges Wort, da der Versuch ja hauptsächlich mein Kind betrifft. Ich habe deshalb nachgedacht und beschlossen, aus Fairness-Gründen, meine eigene Bildschirm-Zeit auch zu beschränken. Die ist mindestens genauso besorgniserregend, wie die meines Sohnes. Und es wäre ja unfair, wenn ich durch Instagram scrolle und er daneben sitz und seine halbe Stunde schon vorbei ist. Arbeit, Mails und anderes Zeugs, die es im Lockdown nur online zu erledigen gibt werde ich die ganze Woche nur erledigen, wenn der Sohnemann in der Schule ist oder schläft. Sonst kommt das Handy weg.

Tag 1 – Freitag:

Anfängliches Unverständnis. Die halbe Stunde wurde gleich nach der Schule genutzt, um im Auto nicht vor Langweile umzukommen. Danach ging es den ganzen Nachmittag raus mit Freunden – der erste Tag war also unkomplizierter als gedacht.

Tag 2 – Samstag

Die ersten Verstimmungen kommen auf, als vor dem Frühstück der TV aus bleibt. Den Nachmittag haben wir bei Oma verbracht, da war dann Handy, TV usw. gar nicht mehr interessant.

Tag 3 – Sonntag:

Gleich morgens gings mit Papa ab zum Skifahren. Beim Heimfahren durfte er ins Handy schauen. Schön langsam wird ein Muster sichtbar: Auto fahren – Handy Süchteln.

Tag 4 – Montag: 

Oh Mann, unseren Selbstversuch haben wir genau in die Semesterferien gelegt. Da ich am Vormittag arbeiten musste, war YouTube unser Freund. Nach einer Stunde meldete sich mein schlechtes Gewissen und wir gingen raus spazieren. 

Tag 5 – Dienstag:

Den ganzen Tag bei Oma verbracht. Und nach dem Motto gelebt: Was bei Oma passiert, bleibt bei Oma. 

Tag 6 – Mittwoch:

Nach einer halben Stunde Handy schauen hat er es selber weggelegt und gesagt: „Ich geh spielen.“ WAAS? 

Tag 7 – Donnerstag: FAZIT

Ganz geklappt mit unseren 30 Minuten Limit hat es nicht, wir haben aber sicher alle mehr Bewusstsein für die eigene Screentime entwickelt. Dass das Wetter schön war und alle Nachbarskinder daheim, spielte uns natürlich in die Karten. Bei regnerischem Wetter spricht für mich nach wie vor nichts dagegen, wenn man es sich mal am Nachmittag vor dem TV gemütlich macht. Und solange unser Kind immer noch bevorzugt, dass er mit Freunden draußen spielt und nicht das Handy sein liebster Begleiter ist, denke ich haben wir eine gute Balance.


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